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Leistungen 2017-09-30T18:11:45+00:00

LEISTUNGEN

Die Leistungen, die ein Rechtsanwalt von Berufs wegen zu erbringen hat, werden durch § 3 der Bundesrechtsanwaltsordnung beschrieben. Absatz 1 und Absatz 3 der Vorschrift lauten:

Der Rechtsanwalt ist der berufene unabhängige Berater und Vertreter in allen Rechtsangelegenheiten (1. Absatz).

Jedermann hat im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften das Recht, sich in Rechtsangelegenheiten aller Art durch einen Rechtsanwalt seiner Wahl beraten und vor Gerichten, Schiedsgerichten oder Behörden vertreten zu lassen (3. Absatz).

BERATUNG

Zu den Leistungen gehört Beratung. Beratung beinhaltet, dass das konkrete Problem des Rechtssuchenden analysiert und die Möglichkeiten beleuchtet werden, die sich im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften bieten.

EIGENER STANDORT

Da alle Lebenssachverhalte rechtlicher Beurteilung unterliegen, ist die Bestimmung des eigenen Standortes von größter Wichtigkeit, um zu wissen, was in der konkreten Situation möglich oder nicht möglich ist. Je früher eine Beratung hierüber stattfindet, desto eher lassen sich noch Weichen stellen, die später vielleicht nicht mehr gestellt werden können, weil man sich schon für eine Richtung entschieden und Vorgänge in Gang gesetzt hat, die sich nicht mehr umkehren lassen.

MEHR MÖGLICHKEITEN

Wenn eine Beratung so früh wie möglich stattfindet, eröffnen sich meist mehr Möglichkeiten als zu späteren Zeitpunkten.

Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Wenn etwas unterschrieben worden ist, kann die Unterschrift unter das Schriftstück nicht mehr rückgängig gemacht werden. Ist man mit der Unterschrift eine rechtliche Verpflichtung eingegangen, kann nur noch geprüft werden, ob es Anfechtungs-, Widerrufs- oder Rücktrittsmöglichkeiten gibt oder Gründe vorliegen, die der Rechtswirksamkeit der Unterschrift entgegen stehen.

Lässt man sich jedoch vor Ableistung der Unterschrift beraten, kommt natürlich auch in Betracht, dass man gar nicht unterschreibt. Es gibt häufig gute Gründe, die Unterschrift zu unterlassen, vornehmlich auch deshalb, weil man ohne die Unterschrift eine bessere Rechtsposition hat.

VERTRETUNG

Zu den Leistungen gehört Vertretung. Eine Vertretung durch einen Rechtsanwalt ist immer möglich. Dabei ist gleichgültig, ob es sich um Behörden, Gerichte, Schiedsgerichte, Privatpersonen oder Unternehmen handelt, oder wem gegenüber die Vertretung erfolgt. Ein Rechtsanwalt ist der unabhängige Vertreter in allen Rechtsangelegenheiten.

Die Vertretung bei Gericht erfordert jedoch, dass eine entsprechende Zulassung des Anwalts besteht. Beschränkungen gibt es beim Bundesgerichtshof. Wir  können wir auch beim Bundesgerichtshof vertreten, jedoch nicht in Zivilsachen, da dies nur durch spezielle beim Bundesgerichtshof zugelassene Kollegen erfolgen darf. Wir arbeiten jedoch ständig mit entsprechenden Kollegen zusammen.

VERTRETUNG ERZEUGT NACHDRUCK

Eine Vertretung durch einen Rechtsanwalt im außergerichtlichen Bereich erzeugt in der Regel mehr Nachdruck für die eigene Position. Wer ein berechtigtes Anliegen hat, jedoch von seinem Gegenüber nicht ernst genommen oder gar abgewimmelt wird, kann sich auf diese Weise mehr Gehör verschaffen und seine Argumente effizienter vorbringen und die eigene Position durchsetzen.

LOYALITÄT

Zu den Leistungen gehört Loyalität. Der Rechtsanwalt ist von Berufs wegen zur Loyalität gegenüber seinem Mandanten verpflichtet. Er darf ohne Zustimmung des Mandanten die ihm erteilten Informationen nicht der Gegenpartei offenbaren. Geschieht dies trotzdem, macht sich der Anwalt strafbar (§ 356 Strafgesetzbuch).  Die Grenze liegt dort, wo der Anwalt sich selbst strafbar machen würde. Dies trifft jedoch nur in den seltensten Fällen zu.

Zusammen mit der Verschwiegenheit, der der Anwalt unterliegt, hat damit der Mandant die unbedingte Gewähr, dass die von ihm erteilten Informationen vom Anwalt nur zu seinem Wohl und niemals gegen ihn verwendet werden dürfen.

VERSCHWEIGENHEIT

Zu den Leistungen gehört Verschwiegenheit. Rechtsanwälte sind von Berufs wegen zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet.

Alle einem Anwalt anvertrauten Informationen unterliegen der vollständigen Geheimhaltung. Denn der Rechtsanwalt würde sich strafbar machen, wenn er die ihm anvertrauten Informationen ohne Zustimmung des Mandanten an Dritte weitergibt (§ 203 Strafgesetzbuch). Das gilt auch gegenüber Behörden und Gerichten, insbesondere auch den Strafverfolgungsbehörden.

Umgekehrt ist jedoch erforderlich, dass der Rechtsanwalt alle Informationen vom Mandanten erhält, der Mandant also keine Informationen dem Anwalt verschweigt. Eine zutreffende Beurteilung der Sach- und Rechtslage kann von einem Rechtsanwalt nur aufgrund vollständiger Informationen erwartet werden. Werden dem Anwalt die Informationen falsch oder nur teilweise erteilt, fließt dieses Informationsdefizit unweigerlich in die vom Rechtsanwalt erwartete Auskunft ein und führt dazu, dass eine zutreffende Beurteilung der Sach- und Rechtslage nicht erstellt werden kann.